12.12.2025
Am 11.–12. Dezember 2025 wurde CoolHeatDC offiziell am AIT in Wien gestartet.
Ein internationales Konsortium bestehend aus sechs Partnern aus Österreich, Polen und Norwegen kam in Wien zusammen, um die Projektarbeit an einer neuartigen Lösung zur umweltfreundlichen Kühlung von Rechenzentren mit integrierter Rückgewinnung der Serverabwärme zu initiieren. Dieses internationale Projekt stellt einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung innovativer, klimafreundlicher Technologien für die Kühlung von Hochleistungsrechenzentren und effizienter Nutzung von Abwärme dar.
Tag 1 stand - nach der Begrüßung des CoolHeatDC Teams durch Thomas Fleckl, Head Business Unit “Sustainable Thermal Energy Systems” am AIT - ganz im Zeichen des gegenseitgen Kennenlernens und der Abstimmung und Diskussion der ersten Projektarbeiten. Jede Organisation präsentierte ihre Rolle sowie das jeweilige Projektteam.
Krzysztof Banasiak (SINTEF ER) stellte WP2 – Definition von Use Cases und Rahmenszenarien – vor. Dieses Arbeitspaket analysiert die Fernkältetrends in der EU-27 (mit Schwerpunkt auf Norwegen, Österreich und Polen), bewertet Pfade zur Nutzung von Abwärme und entwickelt Einsatzszenarien für das CoolHeatDC-Konzept. Die Arbeiten definieren KPIs, um die Lösung mit konventionellen Kühl- und Wärmerückgewinnungstechnologien zu vergleichen, und identifizieren Standortanforderungen sowie potenzielle Wärmeabnehmer.
Darüber hinaus präsentierte Krzysztof WP3 – Anwendbarkeit natürlicher Arbeitsmedien in der Zweiphasen-Immersionskühlung. Dieses Arbeitspaket bewertet natürliche Kältemittel als Alternative zu synthetischen Fluiden für die Kühlung von Leistungselektronik und Rechenzentrumsservern. Geeignete Kandidaten werden anhand der in WP2 definierten KPIs bewertet; ausgewählte Optionen werden anschließend in WP4 in einem hochskalierten Server-Rack-Emulator getestet.
Tag 1 endete mit einem Arbeitsessen und informellem Networking im Wiener Stadtzentrum.
Tag 2 begann mit einer Übersicht über Projektmanagement- und Steuerungsstrukturen sowie einer Vorstellung der geplanten Aufgaben im Arbeitspaket Kommunikation, Dissemination und Verwertung.
Jacek Smolka (Professor an der SUT) präsentierte anschließend WP4 – Numerische und experimentelle Analyse der Zweiphasen-Immersionskühlung. Dieses Arbeitspaket kombiniert Simulationen und Laborversuche zur Optimierung der Immersionskühlung für Systeme mit hoher Leistungsdichte und mehreren Servern. Es wird ein spezielles Rechenmodell entwickelt, und eine validierte Testkampagne durchgeführt, um Systemkonfigurationen und neuartige Arbeitsmedien zu bewerten. Dabei werden insbesondere Überhitzung, und die Minimierung von Totvolumina adressiert.
Die weiteren technischen Arbeitspakete, die in späteren Projektphasen beginnen, wurden von Patrik Furda (Projektmanager und Research Engineer am AIT) vorgestellt.
Das Treffen endete mit einer Führung durch die Labor-Einrichtungen des AIT, darunter das neu eröffnete Wärmepumpenlabor (zur Prüfung von Wärmepumpen mit einer Heizleistung von bis zu 100 kW) sowie das akkreditierte thermophysikalische Labor zur fortgeschrittenen Materialcharakterisierung und -analyse.
Das Kick-off-Meeting legte eine solide Grundlage für die Zusammenarbeit und setzte das Projekt in Richtung einer nachhaltigen, zukunftssicheren Kühltechnologie für Hochleistungsrechenzentren mit neuartiger integrierter Wärmerückgewinnung in Bewegung.